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Haarausfall in der Schwangerschaft – und warum er danach oft von selbst geht

Kaum ein Thema verunsichert junge Mütter am Stuhl so sehr wie das. Erst wirkt das Haar in der Schwangerschaft dicht und kräftig, dann liegen ein paar Monate nach der Geburt plötzlich Büschel in der Bürste. Ich verstehe, dass das Angst macht. Deshalb möchte ich hier ruhig und ehrlich einordnen, was da meist passiert, was normal ist und wann du besser deine Ärztin oder deinen Arzt fragst.

Warum das Haar in der Schwangerschaft oft voller wirkt

Viele Frauen erleben ihr Haar während der Schwangerschaft als besonders dicht und kräftig. Das ist keine Einbildung. Verantwortlich ist das veränderte Hormonspiegel, allen voran das Östrogen. Vereinfacht gesagt bleiben in dieser Zeit mehr Haare länger in ihrer Wachstumsphase, statt wie sonst nach und nach auszufallen. Das Ergebnis ist die Fülle, die so viele an der Schwangerschaft schätzen.

Wichtig ist mir dabei, ehrlich zu bleiben. Ich bin Friseur, kein Arzt. Ich beschreibe hier, was ich am Haar sehe und was in der Fachliteratur allgemein bekannt ist. Wie stark sich der Effekt bei dir zeigt, ist sehr individuell und lässt sich nicht pauschal versprechen.

Nach der Geburt: das postpartale Effluvium

Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel wieder ab. Damit fallen die vielen Haare, die während der Schwangerschaft länger gehalten wurden, in einem gebündelten Schub aus. Fachleute nennen das postpartales Effluvium. Es beginnt bei den meisten Frauen einige Wochen bis Monate nach der Geburt und kann sich anfühlen, als würde man auffällig viel verlieren.

Das Entscheidende und Beruhigende daran: Dieser verstärkte Ausfall ist in aller Regel vorübergehend. Der Körper reguliert sich, und der Haarzyklus pendelt sich wieder ein. Bei vielen Frauen hat sich die Sache bis rund um den ersten Geburtstag des Kindes weitgehend normalisiert. Es geht meist nicht darum, dass dauerhaft etwas verloren geht, sondern dass sich ein natürlicher Rhythmus neu sortiert.

Wann du es ärztlich abklären lassen solltest

So oft der Ausfall harmlos und vorübergehend ist, so wichtig ist es, ihn nicht einfach abzutun. Nach der Geburt kommen manchmal Dinge zusammen, die mit dem Haar zu tun haben können. Ein Eisenmangel etwa oder eine veränderte Funktion der Schilddrüse sind nach einer Schwangerschaft nicht selten und lassen sich mit einer einfachen Blutuntersuchung prüfen.

Deshalb mein ehrlicher Rat: Wenn der Ausfall sehr stark ist, deutlich länger als ein knappes Jahr anhält, kahle Stellen entstehen oder du dich einfach unsicher fühlst, dann gehört das in ärztliche Hände. Deine Ärztin oder dein Arzt kann die Ursache abklären. Das ist keine Schwäche, sondern der vernünftige Weg. Als Friseur kann und darf ich hier keine Diagnose stellen.

Was in dieser Zeit wirklich hilft: sanfte Pflege und Geduld

Beim Thema Pflege verspreche ich dir bewusst kein Wundermittel, denn das wäre unseriös. Was ich aber guten Gewissens empfehle, ist ein sanfter Umgang mit dem Haar in dieser Phase. Nicht zu fest bürsten, keine zu straffen Zöpfe, Hitze und starke Spannung eher meiden. Das reißt keine zusätzlichen Haare heraus und lässt das vorhandene Haar gepflegt und gesund wirken.

Der zweite Teil ist unspektakulär, aber der ehrlichste: Geduld. Weil sich der Ausfall meist von selbst gibt, ist die wichtigste Zutat oft schlicht Zeit. Ein guter Schnitt und eine passende Pflege können in der Zwischenzeit viel für das Gefühl und die Optik tun. Beim Thema Nährstoffe gilt: Solche Fragen gehören ärztlich begleitet, nicht auf gut Glück ergänzt. Ich bin in dieser Zeit gern dein Begleiter am Stuhl, die medizinische Seite bleibt bei den Fachleuten.

Häufige Fragen

Gut zu wissen – kurz beantwortet.

Ist Haarausfall nach der Schwangerschaft normal?

Ja, ein verstärkter Ausfall einige Wochen bis Monate nach der Geburt ist bei vielen Frauen völlig normal und hat einen bekannten Grund. Nach der Schwangerschaft sinkt der Östrogenspiegel, und die Haare, die vorher länger gehalten wurden, fallen gebündelt aus. Das nennt man postpartales Effluvium. In aller Regel ist es vorübergehend und normalisiert sich von selbst. Bei sehr starkem oder lang anhaltendem Ausfall lass die Ursache bitte ärztlich abklären.

Wie lange dauert der Haarausfall nach der Geburt?

Das ist von Frau zu Frau verschieden, ich kann dir hier keine feste Zahl versprechen. Bei vielen beginnt der verstärkte Ausfall einige Monate nach der Geburt und beruhigt sich im Lauf des ersten Jahres wieder. Wenn er deutlich länger anhält, kahle Stellen entstehen oder du dir unsicher bist, ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt der richtige Schritt.

Kann ich in der Schwangerschaft und Stillzeit zum Friseur und meine Haare färben?

Zum Friseur zu gehen ist selbstverständlich möglich, und ein guter Schnitt oder eine sanfte Pflege tun in dieser Zeit oft gut. Beim Thema Färben in Schwangerschaft und Stillzeit halte ich mich bewusst zurück, denn das ist eine medizinische Frage. Sprich das am besten mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme ab. Danach richte ich mich im Salon gern nach dem, was für dich passt.

Ab wann sollte ich den Haarausfall ärztlich abklären lassen?

Immer dann, wenn der Ausfall sehr stark ist, deutlich länger als etwa ein Jahr anhält, kahle Stellen entstehen oder wenn andere Beschwerden dazukommen. Nach einer Schwangerschaft können zum Beispiel ein Eisenmangel oder eine veränderte Schilddrüsenfunktion eine Rolle spielen. Beides lässt sich ärztlich prüfen. Als Friseur kann ich das nicht beurteilen, deshalb verweise ich dich hier ganz klar an die Medizin.