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Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen: was ihn bremst

Der Scheitel wird breiter, der Haargummi geht einmal öfter herum. Und dann denkst du an deine Mutter, bei der es genauso angefangen hat. Am Stuhl höre ich diese Sorge oft, meist zusammen mit der Frage, welches Produkt das aufhält. Erblich bedingter Haarausfall lässt sich bremsen, ein Shampoo schafft das allerdings nicht. Ich erkläre dir, was in der Wurzel passiert, was ihn bremst und was ich in meinem Privatsalon tue, damit dein Haar voller wirkt.

Friseurmeister prüft den breiter werdenden Scheitel einer Kundin im Privatsalon St. Pölten (KI-generiertes Stimmungsbild)KI-generiert

Erblich bedingter Haarausfall: woran du ihn erkennst

Typisch ist, dass das Haar am Oberkopf lichter wird, während die Haarlinie an der Stirn meist stehen bleibt. Der Scheitel wird vorne breiter als hinten und erinnert in seiner Form an einen Tannenbaum. In der Dermatologie heißt das „Christbaum-Muster“. Geheimratsecken oder eine Glatze wie bei Männern sind bei Frauen nicht das typische Bild.

Scheitel von oben: breiter und lichter, die Haarlinie an der Stirn bleibt voll (KI-generiertes Stimmungsbild)KI-generiert

Typisch für Frauen: Der Scheitel wird breiter und lichter, die Haarlinie an der Stirn bleibt stehen.

Die einzelnen Haare werden feiner und kürzer, der Zopf wird schmäler. Eine Kundin sagte mir einmal, sie verliere kaum Haare. Stimmt. Nur ging ihr Haargummi einmal öfter herum als ein Jahr davor. Seitdem ist das mein Satz dafür: Es ist nicht ausgefallen, es ist nicht nachgekommen.

Das beginnt oft schleichend, manchmal schon in den Zwanzigern, und wird mit dem Alter häufiger. Bei vielen Frauen zeigt es sich deutlich ab den Wechseljahren, mehr dazu im Artikel über Haarausfall in den Wechseljahren. Büschelweise ausfallendes Haar oder runde kahle Stellen passen nicht zu diesem Verlauf. Damit gehst du sofort zur Hautärztin oder zum Hautarzt.

Ein breiter Scheitel allein sagt noch nicht, was dahintersteckt. Eisenmangel, die Schilddrüse oder Stress können ähnlich aussehen und gleichzeitig mitspielen. Deshalb gehört ein Blutbild zur Abklärung, mehr dazu im Artikel über den breiter werdenden Scheitel. Manchmal steckt auch abgebrochenes Haar dahinter. Den Unterschied zwischen Haarausfall und Haarbruch erkläre ich dir eigens.

Was in der Wurzel passiert

Die betroffenen Haarwurzeln reagieren erblich bedingt empfindlich auf Dihydrotestosteron, kurz DHT. Das entsteht aus Testosteron, das auch Frauen bilden. Unter diesem Einfluss wird die Wachstumsphase kürzer und die Wurzel kleiner.

Mit jedem Zyklus kommt ein dünneres, kürzeres Haar nach. Der Fachbegriff dafür ist Miniaturisierung. Am Ende bleibt ein feiner Flaum oder gar kein Haar mehr.

Illustration: drei Haarwurzeln im Querschnitt, von links nach rechts immer kleiner, das Haar immer feiner (KI-generiert)KI-generiert

Miniaturisierung: Von links nach rechts wird die Wurzel kleiner und das Haar, das nachkommt, feiner.

Eine Wurzel, die über Jahre geschrumpft ist, lässt sich schwer zurückholen. Deshalb rate ich dir, schon beim dünner werdenden Zopf hinzuschauen. In den Wechseljahren sinkt das Östrogen, und der Einfluss von DHT wird stärker.

Deine Mutter hatte es auch. Was das für dich bedeutet

Dass deine Mutter dünner werdendes Haar hatte, ist ein Hinweis. Es bedeutet nicht, dass es bei dir genauso kommen muss. An der Vererbung sind mehrere Gene beteiligt, und die kommen von beiden Eltern, auch von deinem Vater.

Die erbliche Anlage bestimmt, ob deine Wurzeln empfindlich reagieren. Wann und wie stark du das siehst, hängt auch von deinen Hormonen, deinem Alter und deiner Versorgung ab. Ich würde deshalb früh auf Veränderungen achten, ohne aus dem Haar deiner Mutter schon deine eigene Zukunft abzulesen.

Erblich bedingter Haarausfall: dein Plan dagegen

Ich verkaufe seit 20 Jahren Haarpflege, deshalb darf ich das sagen: Ein Shampoo allein bringt gegen erblich bedingten Haarausfall nichts. Ein einzelnes Mittel aus der Drogerie meistens auch nicht. Am meisten holst du mit einem Plan heraus, der mehrere Bausteine verbindet und den du mindestens ein halbes Jahr durchziehst. Danach gehört er in deinen Alltag wie das Zähneputzen.

Der erste Baustein ist die Versorgung von innen. Der Körper spart zuerst am Haar: Fehlt ihm etwas, bekommt die Wurzel als Letzte ihren Nachschub. Deshalb schaue ich mir an, was dir fehlt, und stelle die Mikronährstoffe gezielt für dich zusammen. Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Biotin und Zink stecken in fast jeder Kapsel, deshalb kommt es auf die Zusammensetzung an und darauf, was du brauchst. Welche Komplexe ich in der Beratung einsetze, steht im Artikel über BENEGANIC.

Der zweite Baustein ist die Kopfhaut. Sie ist der Boden, auf dem dein Haar wächst. Ist sie gereizt, fettig oder trocken, bringe ich sie im Salon wieder ins Gleichgewicht und zeige dir, wie du sie zu Hause pflegst. Mehr dazu unter Kopfhaut.

Der dritte Baustein kommt von der Hautärztin oder dem Hautarzt. Es gibt medizinische Wirkstoffe, die erblich bedingten Haarausfall nachweislich bremsen. Der bekannteste für Frauen ist Minoxidil zum Auftragen auf die Kopfhaut. Ob er zu dir passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, und wer ihn absetzt, verliert den Effekt nach einigen Monaten wieder. In der Beratung sage ich dir ehrlich, wann ich dich dorthin schicke. Die anderen Bausteine laufen dabei weiter.

Ich kenne dünner werdendes Haar von mir selbst und habe deshalb 2024 die Ausbildung bei Biogena und an der SFU Wien gemacht. Zu meiner eigenen Routine gehören Kapseln und Serum, und abends beim Fernsehen trage ich den LED-Helm.

Was ich im Salon tue, damit dein Haar voller wirkt

Beim Schnitt achte ich auf eine kompakte, klare Kontur. Feines Haar wirkt mit einer geraden Linie dichter als mit vielen Stufen. Die Länge darf eher kürzer sein, weil lange, feine Spitzen das Volumen nach unten ziehen.

Bei der Farbe halte ich den Kontrast zwischen Haar und Kopfhaut klein. Ein etwas hellerer, weicher Ton am Ansatz lässt die Kopfhaut weniger durchschimmern als ein sehr dunkles Braun. Mit einem Glossing gebe ich dem Haar Glanz und Griff.

Für den Alltag kannst du den Scheitel versetzen oder einen Zickzack-Scheitel ziehen. Vermeide straffe Zöpfe, die an der Wurzel ziehen, und föhne auf mittlerer Stufe. Wie ich Schnitt und Farbe auf dünnes Haar abstimme, zeige ich dir auf der eigenen Seite dazu.

Dein nächster Schritt

Fang an, sobald dir auffällt, dass dein Haar dünner wird. Eine Wurzel, die noch arbeitet, lässt sich viel leichter halten als eine, die schon geschrumpft ist.

Bei der Haarausfallberatung in St. Pölten sehe ich mir deine Kopfhaut und dein Haar in Ruhe an. Hast du ein aktuelles Blutbild, gehen wir es gemeinsam durch, sonst sage ich dir, welche Werte du bei deiner Ärztin oder deinem Arzt machen lässt. Dann stellen wir deinen Plan zusammen, einen, den du durchhältst. In meinem Privatsalon gibt es einen Stuhl und eine Kundin, die Zeit gehört dir.

Häufige Fragen

Gut zu wissen: kurz beantwortet.

Ist erblich bedingter Haarausfall bei Frauen heilbar?

Abschalten lässt er sich nicht. Der Verlauf lässt sich aber bremsen, und bei einem frühen Start bleibt oft deutlich mehr Haar. Dafür brauchst du eine dauerhafte Routine. Eine zeitlich begrenzte Kur reicht nicht.

Ab welchem Alter beginnt erblich bedingter Haarausfall bei Frauen?

Er kann schon in den Zwanzigern beginnen. Mit dem Alter wird er häufiger. Bei vielen Frauen wird das dünner werdende Haar ab den Wechseljahren deutlich sichtbar.

Hilft ein Shampoo gegen erblich bedingten Haarausfall?

Ein Shampoo allein nicht. Es pflegt Kopfhaut und Haar und gehört zur Routine dazu. Bremsen kann ein medizinischer Wirkstoff von der Hautärztin oder dem Hautarzt. Damit das Haar, das nachkommt, gut versorgt ist, gehören Mikronährstoffe und Kopfhautpflege dazu. Den ganzen Plan stelle ich in der Haarausfallberatung mit dir zusammen.